Warum Köln nicht die Hauptstadt von Kurköln blieb
Der Name führt leicht in die Irre. Zwar trug der Erzbischof den Titel von Köln, doch die Stadt entwickelte sich im Mittelalter zu einer weitgehend selbstständigen Reichsstadt. Nach dem Konflikt von 1288 konnte der Landesherr seine Herrschaft dort nicht mehr wie in einer Residenzstadt ausüben. Seine politischen Mittelpunkte lagen schließlich vor allem in Bonn und den nahen Schlössern Brühl und Poppelsdorf.
Das Kurfürstentum bestand aus räumlich getrennten Herrschaftskomplexen. Das rheinische Erzstift zog sich in wechselnder Breite am Rhein entlang. Nördlich davon lag das Vest Recklinghausen; östlich, jenseits anderer Territorien, das Herzogtum Westfalen. Wer von Bonn nach Arnsberg reiste, bewegte sich deshalb nicht einfach durch ein durchgehendes eigenes Land.
„Kur“ verweist auf die Königswahl. Der Kölner Erzbischof gehörte zu den geistlichen Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches und bekleidete das Erzkanzleramt für Italien. Geistliche Würde, reichspolitische Stimme und territoriale Herrschaft lagen in einer Person, folgten jedoch verschiedenen Rechtsräumen. Genau diese Überlagerung machte Kurköln mächtig und zugleich schwer aus einem einzigen Kartenbild zu verstehen.