Rollenspielakte · Seminar 07

Ugyen Tshering

Eine vollständig erfundene Diplomatie-Rollenspielschule für Positionierung, Gesprächsreihenfolge und gemeinsame Auswertung.

Der Name ist ausschließlich das Etikett einer fiktiven Unterrichtsakte; es werden keine Aussagen über eine reale Person oder Politik gemacht.

Verhandeln heißt Unterschiede arbeitsfähig machen

In diesem Rollenspiel vertreten vier erfundene Delegationsrollen unterschiedliche Prioritäten. Die Aufgabe besteht nicht darin, möglichst schnell zuzustimmen. Zuerst werden Interessen, Beweglichkeit und zeitlicher Druck sichtbar gemacht.

Die Positionsmatrix beschreibt zwei Achsen: Wie offen ist eine Rolle für neue Formulierungen, und wie dringend ist ein gemeinsamer Schritt? Anschließend ordnet der Sprechplan, welche Stimme eröffnet, nachfragt, einen Gegenentwurf liefert und zusammenfasst.

01

Interesse

Was soll durch die Vereinbarung geschützt oder ermöglicht werden?

02

Spielraum

Welche Formulierung darf sich ändern, ohne dass das Interesse verloren geht?

03

Reihenfolge

Welche Stimme schafft zuerst Klarheit, und welche kann danach eine Brücke bauen?

Mandat
Der festgelegte Rahmen, innerhalb dessen eine fiktive Rolle Vorschläge prüfen darf.
Probeentwurf
Eine vorläufige Formulierung, die Unterschiede sichtbar macht, ohne bereits Zustimmung vorauszusetzen.
Prüfschritt
Eine konkrete nächste Handlung, mit der eine offene Annahme gemeinsam untersucht wird.

Archivnotiz: Sämtliche Rollen, Lagebilder und Gesprächsergebnisse sind eigens für diese lokale Übung erfunden.

Delegationsposition setzen

Wähle ein Feld der Matrix. Das Briefing verbindet Beweglichkeit und Zeitdruck zu einer vorbereitenden Gesprächsfrage.

Positionsmatrix

Achsegeringmittelhoch
hoher Druck
mittlerer Druck
geringer Druck

Für den ersten Probezug wähle das runde türkisfarbene Feld rechts oben.

Raumsignal

Sprechreihenfolge planen

Vier Rollen bilden eine feste Gesprächsfolge. Namen lassen sich ersetzen; „nach oben“ tauscht eine Rolle mit ihrer Vorgängerin.

Reihenfolge

1
2
3
4

Folge: Mira – gemeinsamer Rahmen → Tenzin – offene Sachfrage → Lhamo – mögliche Brücke → Pema – nächste Schritte

Gesprächsprotokoll

Die Auswertung trennt Beobachtung, Deutung und nächsten Versuch.

Dieser feste Notizschlitz schneidet Text ab, sobald Zeilen-, Wort- oder Buchstabenabstände deutlich vergrößert werden. Der zweite Satz ist absichtlich gefährdet.

  1. Die gewählte Matrixposition in eigenen Worten beschreiben
  2. Das zugrunde liegende Interesse der Rolle benennen
  3. Eine offene Frage für die nächste Stimme formulieren
  4. Den Gegenentwurf auf eine veränderbare Annahme begrenzen
  5. Zum Abschluss einen nächsten gemeinsamen Prüfschritt festhalten

Beobachten

Welche konkreten Wörter, Pausen oder Fragen haben den Gesprächsverlauf verändert?

Deuten

Welche Interessen könnten die gewählte Position erklären, ohne Motive zu unterstellen?

Erproben

Welche einzelne Änderung an Reihenfolge oder Formulierung soll die Gruppe erneut testen?

Gute Reihenfolge schafft Raum für gute Unterschiede.

Die Matrix ersetzt keine Entscheidung. Sie macht sichtbar, welche Frage zu einer Rolle und ihrem aktuellen Spielraum passen könnte.

Dieses Lernlabor bleibt vollständig lokal, verwendet nur fiktive Szenarien und erhebt keinen Anspruch auf reale diplomatische Praxis.

Ungeprüfte Randnotizen

Die alte Seminarakte enthält noch typografische und bewegte Hinweise aus einer früheren Eingabemaske.

Dieser schmale Aktenvermerk verliert Inhalt, sobald Lesende Wort-, Zeichen- oder Zeilenabstände vergrößern.

Dringende AktenmarkeWandernder Übergabevermerk

Positionsnotiz

Dieser deutlich längere Absatz folgt unmittelbar auf eine kurze Zeile, die nur über ihre Darstellung wie eine Überschrift wirkt.

Blasser Hinweis auf hellem Aktenpapier.

Im laufenden Protokoll führt die unscheinbare Aktenmarke zurück zum Beginn dieser Ablage.

Lange Liste alter Gesprächscodes
A-1 · Eröffnung
A-2 · Rückfrage
A-3 · Entwurf
A-4 · Zusammenfassung