Lernraum 171 · Modellwerkstatt · keine Beratung

Unterrichtsmodell bereit

Steuerbegriffe mit Spielmarken erkunden

Individual­besteuerung

Fiktive Werte

Alle Zahlen sind Unterrichtsmarken ohne Währung, Rechtsgrundlage oder Bezug zu Tarifen. „Person A“ und „Person B“ sind Rollen im Modell und beschreiben keine echten Haushalte.

01 · Begriff

Wer ist die Recheneinheit?

Die Unterrichtsfrage lautet: Werden zwei Einkommen zuerst getrennt betrachtet oder für eine gemeinsame Modellrechnung verbunden? Der Unterschied liegt in der Recheneinheit, nicht in den Personen selbst.

Das Spielmodell zeigt deshalb beide Wege nebeneinander. Es bewertet keinen davon als allgemein richtig und überträgt sein Ergebnis nicht auf Gesetze, Lebensformen oder finanzielle Entscheidungen.

Einzeleingabe

Jede Person bringt eine eigene Menge Spielmarken in die Übung ein.

Modellregel

Eine feste Unterrichtsformel bestimmt, wie viele Beitragsmarken abgezogen werden.

Vergleich

Die Klasse beschreibt die Differenz, ohne daraus eine echte Belastung abzuleiten.

SchwelleDie ersten zwölf Marken bleiben im Spiel frei.
Stufe einsDanach zählt jede Marke mit zwölf Modellpunkten.
Stufe zweiOberhalb von vierzig zählen achtzehn Modellpunkte.
DeckelKein Ergebnis überschreitet die eingegebene Markenmenge.

02 · Vergleich

Zwei Haushaltsmodelle

Verändere die Spielmarken beider Rollen. Der Rechner stellt eine getrennte Modellregel einer verbundenen Modellregel gegenüber und zeigt jeden Zwischenwert nachvollziehbar an.

Modell A · getrennt

Einzelne Recheneinheiten

4,32Beitragsmarken

Person A: 3,12 · Person B: 1,20

Modell B · verbunden

Gemeinsame Recheneinheit

6,24Beitragsmarken

60 Marken werden als eine Menge betrachtet.

Das Einzelmodell liegt in dieser Ausgangsübung um 1,92 Beitragsmarken niedriger.

03 · Rechenkarte

Die erfundene Formel

Die drei Karten beschreiben ausschließlich das Spiel. Sie sind vollständig genug, um jedes Ergebnis auf dieser Seite von Hand nachzurechnen.

Schritt 1

Ziehe die ausgewählte freie Menge von der jeweiligen Recheneinheit ab.

Schritt 2

Bewerte bis zu 28 verbleibende Marken mit dem Faktor 0,12.

Schritt 3

Bewerte Marken oberhalb dieser ersten Stufe mit dem Faktor 0,18.

04 · Modellfälle

Acht Karten für die Gruppenarbeit

Jede Karte verändert genau eine Annahme des Spiels. Die Gruppe berechnet nicht sofort, sondern sagt zuerst voraus, welcher der beiden Modellwege stärker reagieren könnte und warum.

FALL / 01

Gleiche Mengen

Beide Rollen beginnen mit jeweils dreißig Spielmarken.

Prüfe: Wirkung gleicher Ausgangswerte
FALL / 02

Großer Abstand

Person A erhält siebzig Marken, Person B nur zehn.

Prüfe: Wirkung getrennter Schwellen
FALL / 03

Kleine Mengen

Beide Eingaben bleiben nahe an der freien Markenmenge.

Prüfe: Beginn der ersten Stufe
FALL / 04

Hohe Summe

Die verbundene Menge reicht deutlich in die zweite Modellstufe.

Prüfe: Anteil des höheren Faktors
FALL / 05

Andere Schwelle

Die Klasse erhöht die freie Menge von zwölf auf sechzehn.

Prüfe: Abstand beider Ergebnisse
FALL / 06

Bonus entfernt

Die vier zusätzlichen Lernmarken im Einzelmodell entfallen.

Prüfe: sichtbare Modellannahme
FALL / 07

Eine Null

Eine Rolle startet ohne Marken, die andere mit sechzig.

Prüfe: ungenutzte freie Menge
FALL / 08

Grenzpunkt

Eine Eingabe endet genau am Übergang der beiden Stufen.

Prüfe: Verhalten an der Kante

Beobachtungsbogen

Sechs kurze Schritte trennen Vermutung, Rechnung und Deutung. Dadurch bleibt sichtbar, was aus der Formel folgt und was die Gruppe selbst in das Ergebnis hineinliest.

  1. Notiere beide Eingaben, bevor eine Regel angewendet wird.
  2. Markiere die freie Menge in jeder verwendeten Recheneinheit.
  3. Trenne erste und zweite Stufe als zwei Zwischenwerte.
  4. Addiere erst am Ende die Ergebnisse beider Einzelrollen.
  5. Vergleiche die Modellwege mit einer neutralen Differenz.
  6. Benenne die Annahme, die für den Unterschied entscheidend war.

Recheneinheit

Die Menge, auf die Schwelle und Stufen in einem Modell angewendet werden.

Schwelle

Der festgelegte Punkt, ab dem Spielmarken in die erste Stufe gelangen.

Stufe

Ein Abschnitt der Modellmenge, für den derselbe Rechenfaktor gilt.

Differenz

Der reine Abstand zwischen zwei Ergebnissen, noch ohne Bewertung.

Moderationsprotokoll

Die Lehrperson hält den Vergleich bei der Modelllogik. Aussagen über echte Systeme werden als neue Recherchefrage ausgelagert.

Vorhersage

Jede Gruppe nennt vor dem Rechnen eine erwartete Richtung und begründet sie mit genau einer Modellregel.

Zwischenwert

Freie Menge, erste Stufe und zweite Stufe werden auf getrennten Karten notiert, bevor eine Summe entsteht.

Abweichung

Ein unerwartetes Ergebnis wird zuerst auf Eingabe und Formel geprüft, nicht durch eine nachträgliche Geschichte erklärt.

Abschluss

Die Gruppe formuliert eine Grenze des Spiels und eine Frage, die nur mit verlässlichen externen Quellen beantwortbar wäre.

Das Protokoll bewertet Rechenschritte, nicht persönliche Lebensentwürfe.

05 · Kartenübung

Ordne vier Abzugskarten

Die Karten sind fiktive Gesprächsanlässe. Weise sie Person A, Person B oder beiden gemeinsam zu und beobachte, wie Verantwortung im Unterrichtsszenario benannt wird.

Lernmaterial

Sechs Übungsmarken für gemeinsam beschaffte Hefte und Stifte.

Werkstattweg

Vier Übungsmarken für den erfundenen Weg zum Lernraum.

Betreuungsfenster

Acht Übungsmarken für eine frei erfundene Zeitentlastung.

Arbeitsraum

Fünf Übungsmarken für einen fiktiven Platz am Gruppentisch.

Person A

Hier landen individuell zugeordnete Karten der ersten Modellrolle.

0 Karten

Person B

Hier landen individuell zugeordnete Karten der zweiten Modellrolle.

0 Karten

Gemeinsam

Hier landen Karten, die das Szenario beiden Rollen zuschreibt.

0 Karten

06 · Auswertung

Fragen statt Empfehlungen

Nach dem Rechnen hält die Gruppe Beobachtungen fest. Die Fragen lenken zurück auf Modellannahmen und verhindern, dass Spielwerte mit realen Folgen verwechselt werden.

FRAGE 01

Welche Einheit?

Wo genau wechselt die Formel zwischen einzelner und verbundener Betrachtung?

FRAGE 02

Welche Schwelle?

Wie verändert eine höhere freie Markenmenge die beiden Modellwege?

FRAGE 03

Welche Zuordnung?

Welche Annahme steckt hinter einer individuellen oder gemeinsamen Karte?

FRAGE 04

Welche Grenze?

Warum darf aus diesem Vergleich keine Aussage über echte Haushalte entstehen?