Die fünfte Karte
Restauratorin Mira Feld sortiert fünf unbeschriftete Filmkarten. Ein winziger Unterschied im Papier wird zur Spur, die ihre sorgfältigste Hypothese widerlegt.
Programm & Werkstatt
Ein Magazin über erfundene Filme, offene Namensspuren und die Kunst, aus einem Suchbegriff keine Biografie zu erfinden.
Dieses Programmheft benutzt eine mehrdeutige Namenskarte als kuratorischen Ausgangspunkt. Es trennt sichtbar zwischen Schriftzug, möglicher Rolle und Erzählung.
Auf einem fiktiven Filmkarton stehen zwei Wörter: „Franz Seitz“. Mehr wissen wir nicht. Statt eine Person dazu zu erfinden, macht das Festival aus der Lücke eine Methode. Jeder Programmpunkt fragt, wie Namen in Bildern auftauchen, verschwinden oder versehentlich zu Beweisen werden.
Die gezeigten Werke sind eigens für diese Seite erfunden. Ihre Beschreibungen behaupten weder historische Ereignisse noch echte Urheberschaften. Das ermöglicht ein konkretes Programm, ohne ungesicherte Aussagen über Menschen zu verbreiten.
Besucherinnen und Besucher können unten einen persönlichen Spielplan bauen. Überschneidungen werden direkt angezeigt. Eine zweite Werkstatt sammelt eine lokale Genre-Abstimmung, die beim Neuladen bewusst wieder am Ausgangspunkt beginnt.
So bleibt der Suchbegriff sichtbar und zugleich offen: als typografischer Fund, als Frage an Archive und als Anlass für fiktionale Filmideen – niemals als fertige Biografie.
„Das Programm ergänzt die Lücke nicht. Es zeigt, wie viele gute Fragen in ihr Platz haben.“
Die erste Programmreihe nähert sich dem Thema über Material, Ton und Projektion. Alle Namen im folgenden Abschnitt gehören ausschließlich zu dieser fiktiven Ausgabe.
Restauratorin Mira Feld sortiert fünf unbeschriftete Filmkarten. Ein winziger Unterschied im Papier wird zur Spur, die ihre sorgfältigste Hypothese widerlegt.
In einer Stadt ohne Straßenschilder liest ein Vorführer jeden Abspann rückwärts. Nicht um Personen zu finden, sondern um die Reihenfolge der Erinnerung zu prüfen.
Eine erfundene Archivgruppe rekonstruiert den Weg eines Farbstifts durch sieben Karteikästen. Der Name auf der letzten Karte bleibt absichtlich unaufgelöst.
Filtere die fiktiven Vorführungen nach Tag und Saal. Füge passende Termine hinzu; der Planer erkennt gleiche Startzeiten und lässt jeden Eintrag wieder entfernen.
Wähle bis zu zwei erfundene Programmfarben. Die Abstimmung verändert nur die Anzeige auf dieser Seite und überträgt keine Daten.
Aktiviere eine oder zwei Kategorien. Nach der Abgabe steigen die lokalen Modellwerte genau einmal; anschließend kann eine neue Auswahl vorbereitet werden.
Die Tabelle fasst die programmatische Bewegung jedes Tages zusammen. Sie ersetzt keine Auswahl im Spielplaner, sondern bietet eine redaktionelle Orientierung.
| Tag | Leitfrage | Werkstatt | Schlussbild |
|---|---|---|---|
| Freitag | Wann wird eine Notiz zum Namen? | Kartons, Kanten, Handschriften | Offene Filmrolle im Hof |
| Samstag | Was macht ein Abspann glaubwürdig? | Reihenfolge und Auslassung | Gemeinsame Lesung ohne Auflösung |
| Sonntag | Wie dokumentiert man Unsicherheit? | Hypothesen mit Gegenbelegen | Leere Namenskarte im Licht |
Das fiktive Festival endet ohne Identifizierung. Die Karte „Franz Seitz“ bleibt ein ungeklärtes Schriftstück, und genau dieser Status wird sauber dokumentiert.
Zwischenvermerk aus dem analogen Programmheft
Unsortierter Pausenhinweis
Technische Vorführnotiz